20/02/2026
Richtig Fieber messen - worauf es ankommt
Fieber zeigt, dass der Körper gegen eine Erkrankung kämpft. Für verlässliche Werte ist die richtige Messmethode entscheidend, am genauesten ist die Messung im Enddarm. Wichtig ist, möglichst immer gleich zu messen und die Temperatur im Verlauf zu beobachten. Bei hohem oder länger anhaltendem Fieber sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Fieber ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Körper auf eine Belastung reagiert, meist im Rahmen einer Infektion. Um den Gesundheitszustand richtig einschätzen zu können, ist es entscheidend, die Körpertemperatur korrekt zu messen. Ungenaue oder falsch interpretierte Messungen können unnötig beunruhigen oder umgekehrt eine Erkrankung unterschätzen.
Die normale Körpertemperatur des Menschen liegt bei keinem festen Wert, sondern bewegt sich innerhalb eines gewissen Bereichs. Je nach Tageszeit, körperlicher Aktivität und Messmethode gelten Temperaturen zwischen etwa 36,3 und 37,4 Grad Celsius als normal. Am Morgen ist die Temperatur meist niedriger, am Abend etwas höher. Von Fieber spricht man in der Regel ab etwa 38,5 Grad Celsius. Diese Schwankungen machen deutlich, wie wichtig es ist, Messungen möglichst unter vergleichbaren Bedingungen durchzuführen.
Besonders zuverlässig ist die rektale Messung. Sie gilt als Referenzmethode, da sie die sogenannte Körperkerntemperatur am genauesten widerspiegelt. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern liefert diese Methode die sichersten Ergebnisse, auch wenn sie von manchen als unangenehm empfunden wird. Wichtig ist, eine ruhige Durchführung, die Verwendung eines geeigneten Thermometers und eventuell die Verwendung eines Gleitmittels.
Die Messung im Mund unter der Zunge ist bei älteren Kindern und Erwachsenen ebenfalls möglich, erfordert jedoch etwas Aufmerksamkeit. Essen, Trinken oder Mundatmung können das Ergebnis verfälschen, weshalb vor der Messung eine kurze Pause eingehalten werden sollte. Die gemessenen Werte liegen in der Regel etwas unter der rektal gemessenen Temperatur, was bei der Einordnung berücksichtigt werden muss.
Deutlich ungenauer ist die Temperaturmessung unter der Achsel. Obwohl sie einfach und angenehm erscheint, wird die tatsächliche Körpertemperatur dabei häufig unterschätzt. Sie eignet sich daher eher für eine grobe Orientierung, nicht jedoch für eine verlässliche Beurteilung der Körpertemperatur.
Moderne Ohr- und Stirnthermometer ermöglichen eine sehr schnelle und berührungsarme Messung und werden im Alltag gerne verwendet. Ihre Genauigkeit hängt jedoch stark von der richtigen Anwendung ab. Ohrenschmalz, falsche Positionierung oder äußere Einflüsse wie Schweiß oder Umgebungstemperatur können die Messergebnisse beeinflussen. Diese Methoden sind gut geeignet, um den Temperaturverlauf zu beobachten, ersetzen aber bei Unsicherheit keine exakte Messung.
Unabhängig von der gewählten Methode ist es sinnvoll, möglichst immer auf dieselbe Art zu messen. Nur so lassen sich Temperaturveränderungen im Verlauf zuverlässig vergleichen. Auch sollte das Thermometer intakt und korrekt angewendet werden, da selbst kleine Fehler zu messbaren Abweichungen führen können.
Steigt das Fieber über 39 Grad Celsius, hält es mehrere Tage an oder tritt es bei sehr kleinen Kindern auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Gleiches gilt, wenn zusätzliche Symptome wie starke Schmerzen, Atemnot, Nackensteife oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands hinzukommen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass richtiges Fiebermessen eine wichtige Grundlage für die Einschätzung des Krankheitsverlaufs darstellt. Mit der passenden Messmethode, etwas Sorgfalt und dem richtigen Verständnis der Werte lässt sich Fieber gut beobachten und einordnen. Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.